"Lass doch einfach los..."

Goldene Lotusblüte als Gestaltungselement der Marke Osteomagie von Bettina Haas. Das Symbol steht für Bewusstsein, innere Balance, persönliche Entwicklung und die Verbindung von Körper, Geist und Seele.

Wie oft hast du diesen Satz schon gehört? Lass die Vergangenheit los. Lass deine Angst los. Lass den Schmerz los. Lass die alte Geschichte los. Klingt logisch, und eigentlich einfach, oder?

Und manchmal klingt es sogar so, als müssten wir nur eine Entscheidung treffen, einmal tief durchatmen – und schon wäre das Alte weg.

Aber wenn Loslassen so einfach wäre, hätten wir vermutlich alle längst ziemlich wenig mit uns herumzutragen.

Denn Loslassen ist nicht einfach eine Entscheidung, von einer Sekunde auf die nächste umsetzbar. Loslassen ist weit mehr als nur d a s. Es ist ein Prozess, eine Umgestaltung. Und manchmal kannst du etwas noch gar nicht loslassen, weil ein Teil von dir immer noch mittendrin steckt.

Du sagst dir: „Es ist doch längst vorbei.“

Aber dein Kopf und dein Verstand gibt dir eine andere Rückmeldung. Vielleicht liegt das, was passiert ist, ja schon Jahre zurück.

Eine Diagnose.
Eine Verletzung.
Eine Trennung.
Eine schwierige Lebensphase.
Ein Verlust.
Eine Erfahrung, die dich erschüttert hat.

Rational weißt du:

Es ist doch vorbei – ist schon Vergangenheit

Und trotzdem reagierst du immer noch darauf. Manchmal reicht schon ein bestimmter Satz. Eine Bewegung. Eine Situation. Ein Arzttermin. Ein Ziehen im Rücken. Ein Blick auf einen Befund. WARUM ist das so?

Und zack – schon ist sie wieder da: die Anspannung oder besser Verspannung

Der Gedanke: „Was, wenn es wiederkommt?“ ist oft genauso schnell wieder da. Denn dein Verstand lebt im Heute, und seine Aufgabe ist, dich zu beschützen. Denn dein Körper reagiert möglicherweise noch auf eine Erfahrung von gestern.


Was hält eigentlich fest?

Wir sprechen häufig davon, dass wir etwas nicht loslassen können. Aber wer oder was ist dieses „Wir“?

Unser Nervensystem hat eine zentrale Aufgabe: uns möglichst sicher durch unser Leben zu bringen. Dafür lernt es. Es verknüpft Erfahrungen mit erlebten Situationen, mit Erlerntem, mit Körperempfindungen und aus möglichen Gefahren. Und diese Lernprozesse laufen nicht ausschließlich über unseren bewussten Verstand. Deshalb reicht ein gedankliches:

„Das brauche ich jetzt nicht mehr…“

nicht zwangsläufig aus, damit auch die körperliche Reaktion sofort verschwindet. Dein System kann längst verstanden haben, dass die Gefahr vorbei ist – und trotzdem auf bestimmte Reize weiterhin mit erhöhter Wachsamkeit reagieren. Das ist einer der Gründe, warum ich folgenden Satz so schwierig finde:

„Du musst einfach loslassen“

Denn er macht aus einem komplexen Prozess scheinbar eine Willensentscheidung.

Vielleicht musst du gar nicht loslassen

Vielleicht beginnt Veränderung an einer ganz anderen Stelle. Nicht bei:                                                       „Wie bekomme ich das endlich weg?“                                                                                                 Sondern bei: „Was ist eigentlich noch da?“                                                                                                 Was passiert in dir, wenn du an die Situation denkst? Was passiert in deinem Körper? Welche Gedanken tauchen auf? Welche Geschichte erzählst du dir darüber heute noch? Und vor allem:

Bist du innerlich noch Teil dieser alten Geschichte – oder kannst du sie inzwischen neutral von außen betrachten?

Das ist ein gewaltiger Unterschied. Denn unser Köper merkt sich alles. Desto intensiver und länger du dich mit deiner „Geschichte“ identifizierst, umso mehr verkörperst du das Ereignis. Stell dir vor, deine Gedanken, Gefühle, Emotionen zu allem Erlebten verbaust, verwickelst und verdrahtest du über bio-mimetrische, bio-chemische, elektro-magnetische, neurologische, hormonelle und viele weitere Vorgänge in deinen physischen Körper. Du bist praktisch mitten in deiner Geschichte eingewebt, und fühlst sie genau dadurch so körperlich. 

Es braucht also einen erneuten körperlichen Umbau – durch ein neues „ERLEBNIS“, eine neue „ERFAHRUNG“, eine körperliche & geistige Distanz zwischen Vergangenheit und dem, wie du es jetzt möchtest. Und plötzlich entsteht etwas, das vorher kaum vorhanden war:

Raum.

Raum zwischen dem, was einmal passiert ist, und dem, was heute ist. Denn du BIST nicht das, was dir passiert ist. Vielleicht ist genau das einer der wichtigsten Perspektivwechsel.

Du hast etwas erlebt. Aber du bist nicht dieses Erlebnis. Du hast vielleicht eine Diagnose bekommen. Aber: Du bist nicht deine Diagnose. Du hattest Schmerzen. Aber du bist nicht dein kaputter Rücken/Hüfte/Knie. Du hast eine schwierige Erfahrung gemacht. Aber diese Erfahrung muss nicht für den Rest deines Lebens bestimmen, wer du bist und was du erwartest.

Vergangenheit ist passiert. Die Zukunft liegt noch vor dir.

Die spannende Frage lautet:

Was machst du heute noch daraus? Welche Bedeutung und damit welchen Raum, welche Energie und welches Bewusstsein gibst du deiner vergangenen Geschichte heute noch?

Denn wir reagieren nicht nur auf das Ereignis

Wir reagieren auch auf die Bedeutung, die wir ihm geben. Ein Befund kann zum Beispiel zu einer Geschichte werden: „Mein Rücken ist kaputt.“ Daraus kann eine Erwartung entstehen: „Ich muss aufpassen.“ Aus der Erwartung kann Verhalten entstehen: „Diese Bewegung mache ich lieber nicht.“ Und irgendwann wird aus einer medizinischen Information möglicherweise ein Teil der eigenen Identität:

„Ich bin jemand mit einem schlechten Rücken.“

Und genau hier wird es interessant. Versuchst du, über Wochen, Monate oder auch jahrelang, das körperliche Ergebnis zu verändern, auf physischer oder mentaler Ebene, während du dir und deinem Umfeld die dazugehörige Geschichte jeden Tag weiter erzählst, wird Veränderung nicht funktionieren. Nicht absichtlich. Nicht bewusst. Sondern weil sie irgendwann vertraut geworden ist.


Der Körper braucht nicht noch mehr Kampf

Wenn etwas unangenehm ist, wollen wir es verständlicherweise weg haben.

Schmerz weg. Angst weg. Anspannung weg. Gedanken weg. Doch damit entsteht schnell ein neuer innerer Kampf. Und vielleicht lautet die entscheidende Frage irgendwann nicht mehr: „Wie werde ich das endlich los?“ sondern:

„Was braucht mein System, damit es das nicht mehr festhalten muss?“

Das verändert die Perspektive komplett. Dann kämpfst du nicht mehr gegen deinen Körper. Du beginnst, ihm zuzuhören.


Vom Festhalten zur neuen Wahl

Loslassen bedeutet für mich deshalb nicht: „Ich denke ab heute nicht mehr daran.“ Und auch nicht: „Ich verdränge das jetzt.“ Loslassen heißt, anzuerkennen: Ja, das war. Es gehörte zu meiner Geschichte. Aber es muss nicht automatisch meine Zukunft bestimmen. Und genau hier beginnt für mich BewusstSein. Du kannst beobachten, welche Geschichte du bisher über deinen Körper, deine Beschwerden und dich selbst erzählt hast. Und dann darfst du dich fragen

Will ich diese Geschichte weiter in meine Zukunft tragen?

Oder ist heute eine andere Wahl möglich? Vielleicht nicht sofort die riesige Veränderung. Vielleicht zunächst nur ein kleiner neuer Gedanke. Eine andere Bewegung. Eine andere Reaktion. Eine andere Frage. Ein Moment, in dem du bemerkst: „Interessant. Früher hätte ich jetzt sofort Angst bekommen.“ Genau solche Momente können der Anfang von etwas Neuem sein. Vielleicht haben wir das Wort „Loslassen“ lange falsch verstanden. Du musst deine Vergangenheit nicht ausradieren. Du musst nicht so tun, als wäre nichts gewesen. Und du musst auch nicht gegen deine Erinnerungen kämpfen. Sondern: Du hörst auf, das Vergangene jeden Tag erneut zu deiner Gegenwart zu machen.

Du darfst deine Geschichte behalten. Du musst nicht mehr in deiner Geschichte wohnen. Und vielleicht beginnt genau dort die eigentliche Freiheit: Das war mein Weg bis hierher. Und frage jetzt: Was wähle ich ab jetzt?

Denn deine Vergangenheit erklärt vielleicht einiges von dem, was heute da ist.

Aber sie muss nicht entscheiden, wer du morgen bist.

Wenn Du spürst, dass es Zeit ist, deine alten Geschichte abzuwählen und NEU zu wählen – lass uns darüber sprechen. Vereinbare ein persönliches Gespräch mit mir.

Offizielles Logo von Osteomagie Bettina Haas. Das Symbol steht für die Verbindung von Osteopathie, Körperintelligenz, Bewusstseinsarbeit und ganzheitlicher Begleitung auf dem Weg zu mehr Gesundheit, Balance und persönlicher Entwicklung.